In China essen sie Hunde!
Ich hielt das für ein Gerücht, aber...nunja, die unappetitlichen Details lassen wir mal außen vor.
China ist...öhm erstmal seeehr groß, ich hatte sechs Inlandsflüge und habe glaube ich gerade mal ein Drittel des Landes überflogen. Angefangen in Beijing über Wuhan nach XiAn, Guilin, nach Quingong, Mate und ab nach Shanghai. Ich glaube dabei keinen Tempel,



keine Pagode,


keinen Terrakottakrieger,

keinen Palast,


keine Jadeschleiferei, keine Perlenmanufaktur, keine Porzellanschmiede und auch keine Seidenspinnerei ausgelassen zu haben. An jeder Sehenswürdigkeit blicken nicht nur tausende Jahre Kultur auf einen hinab, sondern vor allem jede Menge "Hallo-Verkäufer", die im Bruchteil einer Sekunde aus ihren weiten Jacken die tollsten Sachen hervorzaubern, um sie den bekloppten Touristen für das Doppelte anzudrehen, was man sonst am nächsten Stand an der nächsten Ramsch-Ecke bezahlen würde. Aber was macht man nicht alles als guter Deutscher. Man kauft und bewahrt so wieder eine chinesische Familie vor der Zwangsversteigerung der eigenen Organe. Nieren, Herzen, Leber...alles auf Vorbestellung möglich, meistens von einsitzenden Häftlingen frisch herausgeschnitten. Naja, wer keinen Tierschutz hat, darf sich über mangelnde Menschenrechte nicht wundern...
Mao, der alte Obermotz (76 von uns geschieden, Buddha sei seiner Seele gnädig), hatte tolle Reformationsideen: so sollten alle Chinesen 4 Tage mit Trommeln durch die Gegend ziehen und...trommeln, weil Mao Vögel nicht leiden konnte. Da sich aufgrund des Lärms von 1.000.000.000 krakehlender Chinesen kein Vogel mehr zur Ruhe niederlassen wollte, fielen sie tatsächlich nach spätestens 4 Tagen tod vom Himmel. Als Dankeschön gab es dafür dann später eine Insektenplage und daraufhin eine Hungersnot, der mindesten 10 Millionen der Krachmeier zum Opfer fielen. Nunja, Mao war schon ein Toller. Das original chinesische Essen

schmeckt übrigens wie ein drei Tage alter Wischmop, ohne Domestos. Also sehr fad, manchmal etwas sehnig und ist stark übelriechend. Zumindest für den pizzaliebenden, dönerverschlingenden Westeuropäer. Manche von uns haben sich das Zeug dennoch tapfer reingetan, Alternativen gab es auch kaum, man hat sich bis auf die wechselnde Gesichtsfarbe auch kaum was anmerken lassen.
Betrachtet man heute so das Land, fragt man sich, wo ist bloss die grosse Zivilisation von damals geblieben? Wer hat all die famosen Bauwerke errichtet? Welcher dieser Hundeschlächter war in der Lage, sich 5000 chinesische Schriftzeichen auszudenken, die irgendwie alle gleich aussehen???
Das moderne China wird in Beijing und vor allem Shanghai offenbar, nur sind es dort leider hauptsächlich Europäer und Amerikaner, die einen Wolkenkratzer nach dem anderen hochziehen,
die Deutschen, die den Transrapid

bauen oder den

3-Schluchten-Staudamm.
Ein Gutes hat das alles jedoch: Chinesen sind nicht nur als Shaolins Meister der Tarnung, nein, sie beherrschen ebenso gut Mimikry und Plagiatie: chinesische Autos, die so aussehen wie ein siebener BMW mit den Fahrleistungen eines Lada Niva! Göttlich...Es bleibt abzuwarten, ob der nachgebaute Transrapid ebenso 431 km/h fahren wird und dabei ankommt, oder ob er solange braucht wie unsere ICEs zwischen Hamm und Unna, also ca. mit 65 km/h fahren und dann noch auf halber Strecke verrecken.
Das Wetter haben die Chinesen aber wirklich im Griff: durch beherzte Luftverschmutzung in den Großstädten ist der Feinstaubgehalt sehr konstant und damit die Sonneneinstrahlung immer nur mäßig, bei einer großen Bindung der Luftfeuchtigkeit, was der Geruchsbildung sehr förderlich ist. Keine Stadt ohne Mief und Dunst.
Die Kanalisation ist eher einfach ausgelegt: praktisch alle Ausscheidungen und sonstiger Unrat wird in den Jangtse geleitet, daher rechnet man damit, dass spätesten in 20 Jahren die große Staumauer zum ersten mal von der Scheisse gereinigt werden muss, sonst schwappt der Mist auf die andere Seite des Beckens. Derzeit 1,45 Milliarden Chinesen produzieren halt eine Menge Mist, wie das Bild der städtischen Müllabfuhr beweist!

Apropos Mist: meine Rolex für 3 Euro hielt gerade mal 3 Tage, hält man die Laufzeit einer europäischen Rolex dagegen, wird sie utopisch teuer...
Aber China hat auch schöne Seiten: zum Beispiel die Karstberge rund um Guilin.


Wirklich eine tolle Landschaft, aber nicht mehr lange zu sehen, denn es sind Kalkberge und in den letzten 20 Jahren haben sie 30% ihrer Masse verloren, der saure Regen lässt grüßen.
Olympia 2008 kommt! Beijing wird DER Austragungsort. Schon jetzt gibt es Stadien, die größer sind als unsere Flughäfen und es ist klar, dass sie danach nicht mehr weitergenutzt werden! Das ist doch mal ne langfristige Planung...aber auch im kapitalistischen Sektor hat sich viel getan: nimmt man einen chinesischen Reiseführer, geht es nach einer Besichtigung erstmal zu Onkel Wu oder Li, dem entweder eine Seiden-, Porzellan- oder Jademanufaktur gehört, es könnte aber auch sein, dass einfach nur Perlen verkauft werden, oder einem unter irgendeinem Vorwand alte Knochen, Uhren, Eßstäbchen oder sonstiger Schrott angedreht werden...dabei verdient auch wirklich JEDER noch sein Trinkgeld: die Kofferträger, die Rikschafahrer, die Dame an der Theke, die Masseuse, der Buslenker, der Übersetzer, der Dialekt ins Chinesische übersetzt und dann der, der Chinesisch ins Englische übersetzt und letztlich der, der Englisch ins Koma-Deutsch übersetzt, sie alle sind abhängig vom Trinkgeld, obwohl sie ihren Lohn bekommen, nur den dummen Deutschen hat keiner vor Ende der Reise gesagt, dass sie ungefähr 5 Monatsgehälter an einer Reisegruppe verdienen, die sich gerade mal 4 Tage in einer Region aufhält!!!
Ich habe auf jeden Fall eine Menge erlebt und tolle Dinge sehen dürfen, aber vor allem ist es das alte China das beeindruckt und das neue, was schockiert, aber in jedem Fall eine Reise wert ist.