Mann, war das genial: Während unseres Urlaubs in Norwegen schien fast die ganze Zeit die Sonne. Die Gegend rund um den längsten Fjord der Welt, den Sognefjord, war wohl in diesen Juliwochen auch die wärmste Gegend Europas.
Balestrand am Ufer des Sognefjord ist ca. 6 bis 8 Autostunden von Oslo entfernt - ja nachdem, wie oft man zum >>"AAAHHH" und "OOOHH - was für'n Panorama" sagen<< aussteigen muß.
Wer, so wie wir, mit der Fähre z.B. von Kopenhagen nach Oslo kommt und die Liegesessel kennt, die pro Person hundert Mark gegenüber einer Kabine sparen, wird sich vielleicht doch lieber für die Kabine entscheiden. Wir haben es natürlich nicht getan (man spart immer am falschen Ende) und so waren wir in Oslo doch eher wie gerädert. Aber die schöne Landschaft war für uns Norwegen-Frischlinge dann doch aufregend genug, so daß wir mit Müdigkeit den Rest des Tages keine Probleme mehr hatten.
Ein Traumurlaub in jeder Hinsicht! Da vergißt man im Nachhinein auch, daß Norwegen ein recht teures Pflaster ist. Nicht umsonst hatten wir das Auto vorher mit allem Eßbaren - vor allem auch mit Trinkbarem - vollgeladen. Insbesondere das Bier schmeckt scheußlich - man sollte sich die umgerechnet 11,- DM für ein Glas im Pub lieber schenken.
Das Ferienhaus, also unsere Hütte (Kallestad II) jedenfalls liegt unmittelbar am Fjord, man hätte direkt von der Terrasse aus angeln können. Ein Boot (bei uns im Preis enthalten, sogar mit Motor und Benzin) und ein Räucherofen macht das Angelvergnügen perfekt. Na ja, wir sind nicht so die Angler aus Passion, also haben wir das Boot nur einmal genutzt, um ein bißchen den Fjord rauf und runter zu fahren... Aber das ist schon atemberaubend.
Balestrand ist sehr idyllisch. Ausflüge in die Umgebung sind reichlich möglich: Egal, ob man mit dem Schnellboot eine Tour von Balestrand nach Bergen machen will (lohnt auf jeden Fall) oder mit dem Auto oder dem Schnellboot nach Flåm fährt, um mit dem Flåmbahn - einer der steilsten Eisenbahnlinien der Welt - vorbei an atemberaubenden Wasserfällen bis hin nach Myrdal zu fahren. Man kann das Gletschermuseum in Fjærland besuchen oder am reißenden Strom am Fuße des Jostedalsbreen - des größten europäischen Gletschers - eine gemütliche Pause machen. Natürlich sind auch Gletscherwanderungen möglich, aber eine Führung sollte man dann schon haben. Toll stelle ich mir einen Rundflug über den Gletscher vor - auch das ist möglich.
Die Abendessen auf der Terrasse unserer Hütte waren sehr gemütlich. Ab und an erinnerte mal ein Fischerboot oder eine vorbeiziehende Fähre daran, daß man nicht allein auf der Welt ist. Auch die Belästigung durch Insekten hielt sich im Rahmen: Mücken gab es kaum - nur Fliegen mußte ich abends immer im Zimmer erjagen. Natürlich hat der Besitzer auch an den serienverwöhnten Urlauber gedacht: eine Sat-Anlage fehlt nicht - so, wie auch ansonsten kaum etwas zu vermissen ist.
Tja, leider war der Urlaub viel zu kurz. Gerne hätten wir noch viel mehr Zeit zum Wandern gehabt. Wenn man nämlich von der Straße in Richtung Kvamsøy / Høyanger nach rechts abbiegt und einige Kilometer den Berg in Richtung Saurdal hochfährt (oder wandert), dann beginnen oben bei malerischer Aussicht auf den Fjord einige Wanderrouten.
Diesmal hat uns ein aufziehendes Unwetter daran gehindert, weiter zu wandern. Aber beim nächsten Mal, bestimmt. Denn ein nächstes Mal gibt es ganz sicher.
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