Spanien

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Spanien (amtlich spanisch
Reino de España, katalanisch Regne d'Espanya, galizisch Reino
de España, baskisch Espainiako Erresuma) ist ein Staat, der
sich zwischen dem 36-43° 47' nördlicher Breite und dem 9° 22'
westlicher - 3° 20' östlicher Länge erstreckt. Spanien befindet
sich, ebenso wie Portugal und das zum Vereinigten Königreich
gehörende Gibraltar, auf der iberischen Halbinsel, von der
Spanien sechs Siebtel einnimmt. Im Nordosten, entlang des
Gebirgszuges der Pyrenäen, grenzt Spanien an Frankreich und den
Kleinstaat Andorra. Außerdem gehören die Inselgruppen der
Balearen, im Mittelmeer gelegen, und der Kanaren, im Atlantik,
sowie die an der nordafrikanischen Küste gelegenen Städte Ceuta
und Melilla zum Staatsgebiet. In Frankreich besitzt Spanien die
Exklave Llivia. Außerdem gehören Spanien die vor der
marokkanischen Küste gelegenen Inseln Islas Chafarinas, Peñón
de Vélez de la Gomera, Alhucemas, Alborán und die Islas
Columbretes. Die Zugehörigkeit der Insel Perejil ist zwischen
Marokko und Spanien nicht geklärt.
Der spanische Nationalfeiertag wird am 12. Oktober anlässlich der
Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus gefeiert (Día de la
Hispanidad). Am 6. Dezember wird die Annahme der Verfassung im
Jahre 1978 (Dia de la Constitución) gefeiert.
Amtssprache |
Spanisch
(regional Katalanisch, Galicisch, Baskisch und Aranesisch) |
Hauptstadt |
Madrid |
Staatsform |
Parlamentarische Erbmonarchie |
König |
Juan Carlos I. |
Ministerpräsident |
José Luis Rodríguez Zapatero |
Fläche |
504.782 km² |
Einwohnerzahl |
43.197.684 (Stand 2004) |
Bevölkerungsdichte |
85 Einwohner pro km² |
Währung |
Euro |
Zeitzone |
UTC+1 (Kanarische Inseln UTC) |
Nationalhymne |
Marcha Real |
Kfz-Kennzeichen |
E |
Internet-TLD |
.es |
Vorwahl |
+34 |
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Geographie
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Spanien teilt sich die Iberische Halbinsel mit Portugal
(im Westen) und der britischen Exklave Gibraltar (im Süden).
Im Nordosten grenzt es an Andorra und, mit den Pyrenäen als
Grenze, an Frankreich. Die zu Spanien gehörenden Kanarischen
Inseln liegen vor der Westküste Afrikas. Spanien ist das
drittgrößte Land Europas. Der höchste Berg Spaniens ist mit
3.718 m Höhe der Pico del Teide auf der Insel Teneriffa,
die zu den Kanarischen Inseln gehört.
Die Städte Ceuta und Melilla liegen in Nordafrika und grenzen
an das Mittelmeer sowie Marokko. Der nördlichste Punkt
Spaniens ist die Estaca de Vares, der westlichste das Kap
Toriñana, beide in Galicien, der südlichste die Punta Marroquí
bei Tarifa, der östlichste das Kap de Creus. Die größte
Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt 856 km und von
Osten nach Westen 1020 km.
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Die Nordküste Spanien verläuft fast in gerader Linie und bildet
nur zwischen Gijón und Avilés sowie zwischen Ribadeo und A Coruña
(spanisch La Coruña) bedeutendere Vorsprünge nach Norden.
Gegenüber den übrigen Küsten des Landes zeichnen sich diese
Küstenabschnitte durch Schroffheit und schlechte
Zugänglichkeit aus.
Ursächlich hierfür ist, dass hier die Gebirge fast überall dicht ans
Meer heranrücken. Zugänglich sind diese Küstenabschnitte nur an den
Mündungen der Flüsse und der tief in das Land einschneidenden
Meeresarme (Rías), die insbesondere an der Küste von Galicien häufig
auftreten. Auch die Westküste Spaniens trägt im ganzen diesen
Charakter; doch ist sie viel zugänglicher als der Norden, da hier
die Gebirge nur in den Kaps bis an das Meer herantreten und sich im
Hintergrund der Rias gewöhnlich Ebenen befinden.
Charakteristisch für die Süd- und Ostküste sind dagegen eine Anzahl
weiter, flacher Meerbusen und dazwischen befindliche, in felsige
Vorgebirge endende Landvorsprünge. Diese Abschnitte sind
gegliederter als die Nord- und Westküste und besser zugänglich. Die
wichtigsten Buchten der Südküste sind von Westen nach Osten die
Golfe von Cádiz, Málaga und Almería sowie die Bucht von Cartagena,
an der Ostküste die Bahía von Alicante und der Golf von Valencia.
Die größten Flüsse Spaniens sind der Duero, der Tajo und der Ebro.
Die Vegetation der Iberischen Halbinsel teilt sich in drei große
Bereiche auf:
- Vegetation des feuchten Spanien: Eichen, Buchen
- Vegetation des trockenen Spanien: immergrüne Eichen
(Steineichen, Korkeichen), Pinien
- Vegetation der Gebirge je nach Höhe: Steineichen, Korkeichen,
Eichen, Kastanien, Wiesen, Tundra
Geschichte
Die Ureinwohner der Pyrenäenhalbinsel waren die Basken und die
Iberer, nach denen auch die Halbinsel benannt worden ist. Im
11. Jahrhundert v. Chr. siedelten sich die Phönizier an der
Südküste an, deren Kolonien Cádiz (Gades) die berühmteste war.
Die Bezeichnung Spanien leitet sich von der römischen
Bezeichnung "Hispania" (phöniz. "Küste der Kaninchen") ab.
Geprägt wurde das Land auch durch die jahrhundertelange
arabische Vorherrschaft, deren Erbe sich sowohl in der
Architektur als auch in der Sprache niedergeschlagen hat. Mit
der Vertreibung der Mauren von der iberischen Halbinsel und
der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492
stieg Spanien vorübergehend zur Weltmacht auf.
Politik
Gemäß der Verfassung vom 7. Dezember 1978 ist Spanien ein
sozialer und demokratischer Rechtsstaat mit der Staatsform
einer parlamentarischen Monarchie (Art. 1, Abs. 3 der
spanischen Verfassung). Der Königstitel ist erblich. Der
derzeitige König ist Juan Carlos I.. Der König ist
Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte.
Thronfolger ist Prinz Felipe de Borbón y Grecia, der
gleichzeitig den Titel Fürst von Asturien (Príncipe de
Asturias) trägt. Sitz der Königsfamilie ist der Palacio de la
Zarzuela in Madrid.
Die Rolle der spanischen Krone wird in der Verfassung im
wesentlichen auf repräsentative Funktionen beschränkt. Darüber
hinausgehende Funktionen des Königs sind die Bestätigung von
Gesetzen und die Ernennung und die Entlassung des
Regierungschefs.
Das oberste Gesetzgebungsorgan in Spanien ist das Parlament
(Cortes Generales). Die Cortes unterteilen sich in zwei
Kammern, das Abgeordnetenhaus (Congreso de los Diputados) und
den Senat (Senado). Die 350 Mitglieder des Abgeordnetenhauses
werden per Direktwahl für vier Jahre gewählt. Der Senat
besteht aus 259 Sitzen. Davon werden 208 Mitglieder direkt
vom Volk gewählt und die restlichen 51 von den Parlamenten der
autonomen Regionen bestimmt. Senatoren werden für eine Amtszeit
von vier Jahren ernannt.
Der Ministerpräsident (Presidente del Gobierno, wörtlich
übersetzt "Regierungspräsident") und die Regierungsmitglieder
werden vom Abgeordnetenhaus gewählt. Derzeitiger Ministerpräsident
ist José Luis Rodríguez Zapatero vom sozialdemokratischen Partido
Socialista Obrero Español (PSOE). Sitz des Regierungspräsidenten
ist der Palacio de la Moncloa in Madrid.
Spanien ist seit Januar 1986 Mitglied der Europäischen Union.
Autonome Regionen
Spanien gliedert sich administrativ in 17 Autonome Regionen oder
Gemeinschaften (Comunidades Autónomas), vergleichbar den deutschen
Bundesländern, und in die zwei autonomen Städte Ceuta und Melilla.
Die Autonomen Regionen selbst gliedern sich ihrerseits in insgesamt
50 Provinzen (provincias), die fast alle nach ihrem jeweiligen
Verwaltungssitz benannt sind.
Bevölkerung
In Spanien werden überwiegend Spanisch, Katalanisch und Galicisch, sowie
das Baskische gesprochen. Die spanische Sprache ist im gesamten Staatsgebiet
Amtssprache, während die anderen drei nur in manchen Gebieten diesen Status
genießen. Daneben existieren einige Minderheitensprachen, welche von einer
geringen Anzahl von Menschen gesprochen wird. Zu diesen zählt Aragonesisch
und Aranesisch.
Spanien ist ein vorwiegend katholisches Land. 94% der Staatsbürger
sind nach dem Ritus der römisch-katholischen Kirche getauft und
gehören ihr - nach Meinung der Kirche - somit auch an. Demgegenüber
haben im Jahre 2002 im Rahmen einer Studie des staatlichen
Meinungsforschungsinstitutes Centro de Investigaciones Sociológicas
nur 80 Prozent der Befragten angegeben, Katholiken zu sein. Zwölf
Prozent bezeichneten sich als nicht religiös, ein Prozent als
Angehörige anderer Religionsgruppen (v.a. evangelische Christen,
Zeugen Jehovas und Muslime).
Kultur
- Literatur: Miguel de Cervantes, Rosalía do Castro, Federico
García Lorca, Javier Marías
- Musik: Flamenco, Manuel de Falla, Paco de Lucía.
- Film: Pedro Almodóvar, Julio Médem, Luis Buñuel, Alejandro
Amenábar, Alex de la Iglesia.
- Malerei: Pablo Picasso, Salvador Dalí, Diego Velázquez, El
Greco, Joan Miró, Francisco de Goya, Bartolomé Esteban Murillo
- Bildhauerei: Eduardo Chillida
- Architektur: Antonio Gaudi, Santiago Calatrava
Medien
Die meisten überregionalen Tageszeitungen erscheinen in der
Hauptstadt Madrid: El País (durchschnittliche Auflage im Jahr 2003
ca. 561.000 Exemplare), El Mundo (379.000), ABC (346.000) und La
Razón (205.000). In Barcelona erscheinen La Vanguardia (240.000)
und die wichtige regionale Zeitung El Periódico de Catalunya
(221.000). Von Bedeutung sind auch täglich erscheinende
Sport-Medien wie Marca (549.000) und As (303.000), die meisten
Spanier lesen jedoch Regionalzeitungen, fast jede größere Stadt
im Land hat hier ein Angebot, beispielsweise Diario de Sevilla
oder auch Diario de Mallorca.
Die staatliche Fernsehanstalt Televisión Española betreibt zwei
Sender, TVE 1 und TVE 2. Private TV-Programme sind Antena 3,
Telecinco und Canal+. Hinzukommen regionale Fernsehsender. Im
Bereich des digitalen Fernsehens gibt es die Angebote Digital+
und Auna.
Sport
Fußball ist in Spanien der mit Abstand wichtigste Publikums- und
auch ein viel betriebener Breitensport. Weitere Mannschaftssportarten
sind Basketball, Handball und Volleyball, an den Universitäten
erfreut sich außerdem Rugby großer Beliebtheit.
Der Motorsport, insbesondere Rallye (Carlos Sainz ist derzeit der
bekannteste spanische Fahrer), Formel 1 (Fernando Alonso) und
Motorradrennen (Dani Pedrosa) genießen die Aufmerksamkeit der
Zuschauer.
Ein großes Radsportereignis ist die Vuelta, weitere international
beachtete Rennen sind die Baskenland-Rundfahrt, die
Katalonien-Rundfahrt und das Clásica San Sebastián. Bedeutende
Individualsportarten sind Tennis, Padel, eine relativ neues, dem
Tennis ähnliches Spiel, und Golf. Im Nordosten Spaniens wird
Pelota, der baskische Nationalsport, gespielt.
Ein typisch spanisches Spektakel ist der Stierkampf, der in der Regel
jedoch nicht als Sportart angesehen wird. Nach Meinung seiner Anhänger
ist er als eine Kunst anzusehen, in der Eleganz und Ästhetik eine
wichtige Rolle spielen. In den Augen vieler Kritiker stellt er eine
archaische und brutale Tradition dar, die es aufgrund der mit ihr
verbundenen Tierquälerei nicht wert sei, in ihrer heutigen Form
fortgeführt zu werden.
Verkehr
Spanien verfügt über ein gut ausgebautes Straßen- und Autobahnnetz.
Für die Benutzung der teilweise privat betriebenen Autobahnen
werden sowohl für LKW als auch für PKW Gebühren verlangt. Eine
Ausnahme stellen Strecken in und um manche Großstädte dar, wo keine
Maut erhoben wird.
Das Bahnnetz (traditionell Breitspur) der staatlichen
Eisenbahngesellschaft RENFE wird durch ein normalspuriges
Hochgeschwindigkeitsnetz (AVE, ungefähr 525 km Streckennetz) ergänzt.
Schmalspurstrecken werden von regionalen Gesellschaften betrieben.
Die Städte Barcelona, Bilbao, Madrid und Valencia verfügen über
U-Bahn-Netze, in Sevilla und Palma de Mallorca ist man am Bau eines
selbigen. Einige Städte wie Alicante besitzen neu eröffnete
Straßenbahnnetze.
Rund 40 Städte verfügen über einen Flughafen für Verkehrsmaschinen.
Die größten spanischen Fluggesellschaften sind Iberia, Spanair und
Air Europa. Die Flughäfen von Madrid und Barcelona sind unter den
Top 10 der Passagierzahlen der europäischen Flughäfen.
Spanien verfügt über ein sehr gutes nationales Busnetz, welches alle
größeren Städte mit privaten Buslinien verbindet.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "Spanien"
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